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DIE LINKE.Fraktion im Rat der Stadt Schwerte

Was lange währt, wird endlich gut ...

Der Rat der Stadt Schwerte hat nach einer heftigen Diskussion endlich eine lange überfällige Entscheidung zur Schulstruktur in Schwerte getroffen. Über Jahre wurde der Wunsch der Eltern, ihre Kinder auf der Gesamtschule einzuschulen, einfach nicht berücksichtigt. Die Linke hat in Ihren Wahlprogrammen 2009 und 2014 eine zweite Gesamtschule gefordert.

Wir haben den Vorschlag der Gutachterin zur Gründung einer Gesamtschule 2010 unterstützt. CDU und FDP waren immer dagegen.Sie sind Anhänger eines dreigliedrigen Schulsystems. Arbeiterkinder in die Hauptschule, Angestelltenkinder in die Realschule und die Kinder der (selbsternannten) „Elite" auf das Gymnasium. Das war schon bei Kaiser Wilhelm so.

Für uns war die ganze Zeit völlig unverständlich, weshalb die Fraktionen, die jetzt die Änderung der Schulstruktur mittragen, sich in den ganzen Jahren dieser Lösung verweigert haben. Für die einen kam der Antrag zu früh, bei den anderen hat sich über die ganzen Jahre die Partei nicht entscheiden können, andere wollten die ganze Angelegenheit ausführlich in immer wieder aufgelegten Arbeitskreisen „gründlich" ausdiskutieren.

Nur die Linke hat konsequent jedes Jahr den Antrag auf Gründung einer zweiten Gesamtschule gestellt. Dafür wurden wir auch lächerlich gemacht (... wie oft wollt Ihr den Antrag denn noch stellen?). Über Jahre gab es auch eine Verweigerung eines Gespräches über die Schulstruktur, das hatten die großen Parteien nicht nötig.

Nun hat die Realität die Parteien zu einer Lösung gezwungen. Die Hauptschule ist mangels Masse eingegangen. Die Realschule überlebte nur wegen der Ablehnung der Kinder durch die Gesamtschule, da dort die Kapazität nicht ausreichte. Die Tatsache, dass dieses Jahr für 14 Kinder in Schwerte überhaupt keine Möglichkeit mehr bestand, in Schwerte eine weiterführende Schule zu besuchen, hat das Fass zum überlaufen gebracht.

Unsere Partei vertritt grundsätzlich die Ansicht, dass „eine Schule für alle Kinder" die langfristig beste Lösung darstellt. De Gesamtschule bietet alle Schulabschlüsse. Die Gesamtschule vermeidet die frühe Selektierung der Kinder in unterschiedliche Schullaufbahnen. Wir wissen von den Schwerter Gymnasien, dass im Laufe der Schulzeit ein erheblicher Teil der Schüler und Schülerinnen aussortiert wird und die Schule in Richtung Real- und Hauptschule verlassen muss. In der Gesamtschule bleiben die Schüler- und Schülerinnen bis zur Klasse 10 zusammen. Die innere Differenzierung ermöglicht die Vergabe unterschiedlicher Schulabschlüsse. Auch „Spätentwickler" können noch Abitur machen, wenn sie im Gymnasium längst abgeschult währen.

Die Gymnasien sind aber „heilige Kühe" und genießen Bestandschutz. Das wissen auch wir Linken. Der Beschluss, die beiden Schwerter Gymnasien auf eine Fünfzügigkeit zu beschränken, ist daher kein Angriff auf den Bestand der Gymnasien, sondern eine flankierende Maßnahme zum Aufbau einer zweiten Gesamtschule. Die Zahl der Schüler in Schwerte ist beschränkt. Die Zahl der Schüler sinkt tendenziell aus demografischen Gründen. Gesetzliche Vorgaben erfordern aber wenigstens 100 Schüler für die zweite Gesamtschule.

Wir freuen uns, dass nun eines der Kernanliegen der Linken in Schwerte, die Gründung einer zweiten Gesamtschule gemäß dem Elternwillen, auf gutem Weg ist. Endlich ist es gelungen, die Blockade in der Schulpolitik aufzubrechen. Wir werden im Rat und in der Politik alles tun, damit dieser eingeschlagene Kurs zu einem Erfolg für die betroffenen Eltern und Schüler wird.