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Walter Wendt-Kleinberg und Karl-Heinz Schimpf

Geld und Kultur in Schwerte

Mit dem Beschluss des Kubewe, Jörg Rost das Catering für das Welttheater der Straße wegzunehmen und über eine offene Ausschreibung an ein Kölner Unternehmen für 3.000 € zu vergeben, haben alle, die dies zu verantworten haben, der Stadt Schwerte einen Bärendienst erwiesen. Dieser Beschluss ist zynisch gegenüber all denen, die sich wie auch Jörg Rost über viele Jahre für das Schwerter Kulturleben engagiert und verdient gemacht haben. Ohne ihr Engagement wäre die Lebensqualität dieser kleinen Stadt um vieles ärmer.

Ein qualitativ gutes Kulturangebot in Schwerte hat eine lange und gute Tradition. Für viele Jahre hatte Herbert Hermes im Kulturamt dafür gesorgt, dass Kulturangebote ein Markenzeichen dieser Stadt geworden sind. Nicht zuletzt dies hat die Lebensqualität dieser Stadt ausgemacht.

Förderung und Aufrechterhaltung der kulturellen Angebote gehören zu den originären Aufgaben der Kommune. Leider hat sich die Stadt aus diesem Verantwortungs- und Gestaltungsfeld sukzessive zurückgezogen. Mittel und Personal wurden gestrichen.

Einzig dem bürgerschaftlichen Engagement engagierter Bürger ist es zu verdanken, dass wir in Schwerte immer noch ein Kulturangebot auf hohem Niveau hatten. Sie füllten die Lücke, die die Stadt hinterlassen hat.

Nun wäre es eigentlich selbstverständlich, dass die Kommunalpolitik ein solches Engagement unterstützt und fördert, wenn sie denn schon mit Verweis auf die Finanzsituation ihren Rückzug legitimiert. Anstatt den Helfern und Engagierten zu danken werden ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Mit kleinkarierten Berechnungen sollen 3.000 € gespart werden, auf der anderen Seite hat aber Jörg Rost seit Jahren mit Einnahmen aus dem Kirschblütenfest das Welttheater mitfinanziert, für Musikangebote in den Ruhrwiesen und dem Welttheater gesorgt und weit über Schwertes Grenzen bekannte Lichtinstallationen im öffentlichen Raum geschaffen. Natürlich muss auch ein Freischaffender wie Jörg Rost von irgendetwas leben. Der Wurstverkauf hätte ihn zwar nicht reich gemacht, aber wäre eine Einnahmequelle, die wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise die geleisteten Arbeiten abdeckt.

Mit ihrem Beschluss, das Catering extern zu vergeben, wird die Kunst- und Kulturarbeit in Schwerte nachhaltig beschädigt. Wenn sich die Ehrenamtlichen und Leute wie Jörg Rost und andere nun aus der Kulturarbeit zurückziehen – logisch und nachvollziehbar wäre das sicherlich – dann wäre für einen Gewinn von einigen Euro ein lange wirkender Schaden entstanden. Kontakte zu Künstlern und Musikgruppen, Netzwerke, die notwendig sind, für eine funktionierende Kunst- und Kulturarbeit stehen dann nicht mehr zur Verfügung.

Wenn die für diesen Beschluss Verantwortlichen das alles mit bedacht haben, dann war ihr Ziel, Kulturarbeit in Schwerte zu beschädigen und einem besonders engagierten Jörg Rost ein Bein zu stellen. Schade.